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Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung (GB Psych)

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist ein Teil der arbeitsschutzgesetzlichen Pflicht. Sie ist in kleinere Schritte unterteilbar, sodass ihr Erfolg garantiert werden kann.

Einzelne Schritte der Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung besteht aus 4 Schritten.

Für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist eine Entwicklungsspirale für den Arbeits- und Gesundheitsschutz gesetzlich geregelt. Dabei kann sie in 4 Schritten ausgeführt werden:

  1. Schritt: Eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen und die Dokumentation der Ergebnisse (nach §§ 5,6 ArbSchG)
  2. Schritt: Die Maßnahmen des Arbeitsschutzes (nach §§ 2 Abs.1, § 3,Abs.1 Satz 1 ArbSchG)
  3. Schritt: Die Wirksamkeitskontrolle (nach §3 Abs.1 Satz 2 ArbSchG)
  4. Schritt: Anpassung und Verbesserung der Arbeitsschutzmaßnahmen (nach §3 Abs. 1 Satz 2,3 ArbSchG)

Erhebungsmethoden für die Gefährdungsanalyse

Bei Ihrer Gefährdungsanalyse können Sie verschiedene Erhebungsmethoden verwenden.

Erhebungsmethode 1: Fragebögen

Eine beliebte Erhebungsmethode für die Gefährdungsanalyse psychischer Belastung ist das Ausfüllen von Fragebögen durch die Betroffenen Personen. Dies ist eine Variante mit geringem Aufwand, kann allerdings ohne gute Vorbereitung zu allgemein sein, sodass wesentliche psychische Belastungen nicht spezifisch genug erkannt werden.

Vorteile von Fragebögen

  • geringer Aufwand
  • alle Beschäftigen werden erreicht
  • häufig gute Rücklaufquoten in Kombination mit einer Versammlung
  • kann gut im Arbeitsalltag integriert werden, ohne Unterbrechungen zu verursachen

Nachteile von Fragebögen

  • Fragen können fehlinterpretiert werden oder mehrdeutig sein
  • viele Aspekte lassen sich nicht sprachlich sinnvoll ausdrücken
  • berücksichtigen nicht die einzelnen Bedürfnisse von einzelnen Beschäftigten (z. B. Krankheit)

Erhebungsmethode 2: Arbeitsplatzbegehung

Die klassische Methode der Gefährdungsbeurteilung ist die Begehung des Arbeitsplatzes durch einen Experten. Daraus resultierende Erkenntnisse werden typischerweise in einem Protokoll festgehalten. Diese Variante ist zwar sehr gut in den Arbeitsalltag integrierbar, eignet sich allerdings nicht besonders gut für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung. Stattdessen eignet sich die 3. Erhebungsmethode am Arbeitsplatz besser.

Erhebungsmethode 3: Beobachtungsinterview

Die Beschäftigten werden am Arbeitsplatz eine Weile begleitet und befragt. So ist eine bessere Einschätzung möglich. Dies kombiniert die Interviews mit der Arbeitsplatzbegehung, die beide für sich weniger Auskunft geben können oder in die Irre führen können.

Vorteile des Beobachtungsinterviews

  • sehr genaue Erfassung der arbeitsbezogenen Merkmale
  • bei Unklarheit kann sofort nachgefragt werden
  • bessere Einschätzungen des Arbeitsplatzes und der Bedingungen während der Arbeit möglich

Nachteile des Beobachtungsinterviews

  • hoher Aufwand pro Arbeitsplatz
  • jahreszeitliche oder saisonale Schwankungen erschweren die Aussagekraft eines einzelnen Beobachtungsinterviews

Erhebungsmethode 4: Gruppeninterview und -analyse

Um die Aussagekraft der anderen Methoden zu validieren, ist ein Gruppeninterview sinnvoll. Hier kann nicht nur geklärt werden, ob die Gefährdungsanalyse mit der Wahrnehmung der Beschäftigten übereinstimmt. Es kann auch als eigenständige Analyse hervorragend geeignet sein. Oftmals wird jedoch ein Fragebogen verwendet, sodass besonders hervorstechende Punkte genau besprochen werden können und mögliche Missverständnisse frühzeitig aufgeklärt werden können.

Vorteile der Gruppenanalyse

  • klare Ergebnisse mit geringerem betrieblichen Aufwand, da mehr Personen
  • Analyse kann bereits den Gestaltungsprozess anstoßen

Nachteile der Gruppenanalyse

  • weit weg vom Geschehen, das Sprechen über die Abläufe ist meist unkonkreter

Einflussfaktoren der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Die Einflussfaktoren können vielfältig sein und sich auf verschiedene Aspekte der Arbeit stützen.

  • Arbeitsaufgabe und organisatorischer Rahmen
    • Arbeitstätigkeit
    • Arbeitsablauf
    • Qualifikation
    • Arbeitszeit
    • Flexibilität (Befristete Beschäftigung, Homeoffice)
  • soziale Beziehungen
    • Betriebsklima
    • Personalmanagement
  • Einflüsse anderer Gefährdungsfaktoren
    • Psychische Belastung durch Lärm, Kälte, Hitze, elektrische Gefährdungen und mögliche Kombinationen

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